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Karlsruher Zeitung Dez 2009
Weideviehmarkt trotzt dem Regen
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Regen schreckte Besucher nicht ab / Bauernkabarett kam besonders gut an

Kleines Wiesental (hf). Wenn es den Titel des Rekord-Festdorfes gäbe, läge Wies sicher auf einem der vordersten Ränge. Nach Dorf- und Musikvereinsjubiläum zog der 20. Jubiläums-Weideviehmarkt wieder Scharen von Besuchern ins Kleine Wiesental, die sich diese Veranstaltung trotz Regensnicht entgehen lassen wollten.

Dicht gedrängt verfolgte das Publikum die Versteigerung der Jungtiere, Bullen und Kälber, die von Eugen Simen jun. am Samstag versteigert wurden.
Fotos: Heiner Fabry

Schon am Morgen gestaltete sich die Parkplatzsuche trotz der freundlichen Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr schwer. Heftige Regenschauer zum Auftakt konnten die Gäste, die aus Freiburg, dem Kreis Waldshut und der benachbarten Schweiz angereist kamen, nicht abschrecken. So konnte Ortsvorsteher Rolf Vollmer den 20. Weideviehmarkt vor einer beeindruckenden Publikumskulisse eröffnen. Die Viehversteigerung war für die Händler, die Landwirte und für die Besucher eine Attraktion. Eugen Simen jun. verstand es als Versteigerer, die Tiere ins rechte Licht zu rücken und zu guten Preisen zu verkaufen. Auch wenn bei zurückhaltenden Geboten der Einstieg bisweilen leicht abgesenkt werden musste, gingen doch alle Tiere über dem Grundgebot an ihre neuen Eigentümer. Lediglich ein fröhlich springendes Kälblein durfte wieder zurück in den heimischen Stall. Nach einer kräftigen Mahlzeit im Weideschuppen zeigten die Wieser, dass sie es verstehen, ein Fest zu organisieren. Sabine König und ihre Begleiter beeindruckten mit einer rasanten Westernvorführung auf feurigen Pferden.

Einige Kinder hatten unter Leitung von Hannelore Sturm und unterstützt von ihren Pferden die Geschichte der Besiedlung Nordamerikas einstudiert. Zu der beeindruckenden Vorführung der Hütehunde, die unter Leitung von Schäfer Bruce Tamlyn eine Schafherde auf Kommando über einen Parcours führten, die Herde teilten, einzelne Tiere isolierten und dann wieder die Gruppe zusammen brachten, standen die Gäste wieder dicht gedrängt am Gatter. Dann ging es wieder in den Weideschuppen, wo die Besucher gespannt auf die Buure zum alange, ein Bauernkabarett, warteten.

Nikolaus König aus Breitnau als Buur und Wolfgang Winterhalder aus Neustadt als Ruhrpott-Tourist Schwaderlappe, als Betriebskontrolleur oder als Motivationsberater für Landwirte, sprachen und kalauerten den Kleinwiesentäler Bauern und ihren Gästen aus dem Herzen. Ärger mit Subventionen, die Alltagssorgen der Bauern oder der Milchstreik trafen genau den Nerv des Publikums und bescherten den schauspielernden und singenden Schwarzwaldbauern einen kräftigen Applaus.

Die Weidegemeinschaft Wies hatte den Weideviehmarkt auch in diesem Jahr zusätzlich mit einem großen Bauernmarkt erweitert.

Ein bisschen mehr Sonne wäre schön gewesen, sagte Heiner Brunner, Vorsitzender der Weidegemeinschaft, zufrieden sei er aber trotzdem gewesen.

 
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